Informationsgeld, der 100% Ansatz

Am 11. und 12. Februar 2014 fand in Kempten eine Vortragsreihe des Prof. Hörmann, Uni Wien, zum Thema „Informationsgeld“ statt. Organisiert hatte diese Reihe Joachim Budjarek von Sozialkonzepte GmbH, Marktoberdorf.

Als Gründungsmitglied der ReWiG München eG sowie der ReWiG Allgäu eG interessierte mich der Vortrag schon im Vorfeld sehr. Ich habe bereits einige Aufsätze von Herrn Prof Hörmann gelesen und war entsprechend sensibilisiert.

Was ich erlebte, waren sehr intensive Stunden (die Vorträge gingen jeweils von 19:30-23:30(!)). Die Vorträge und auch die Nachmittagsrunde im kleinen Kreis waren allesamt kompakte, offene, konstruktive Informationsflüsse.

Nun werde ich erst gar nicht versuchen, eine inhaltlich vollständige Zusammenfassung von 12 Stunden intensiven Informationsangebotes auf 2 oder 3 Seiten zu machen.

Ich gebe jetzt wieder, was ich als Essenz mitgenommen habe:

Kernfrage:

Wie kann ein Geldsystem, welches jedem Menschen auf diesem Planeten dient, geschaffen werden?

Antwort:

Indem jeder Mensch auf dieser Welt angenommen wird, so wie er ist und sein „SEIN in der Gemeinschaft“ ihn autorisiert, seine Bedarfe durch individuelle Geldschöpfung zu decken.

Und zwar 100% der Bevölkerung, 100% der Menschen.

Das geht nur, wenn wir Geld als eine unverknappbare Ressource ansehen.

Unverknappbar heißt: Niemand kann bewirken, dass die Ressource knapp wird.

Niemand beherrscht oder bewacht die Ressource, sondern sie steht jedem zur Verfügung.

Wie die Luft zum Atmen, wie die Zeit.

Wo stehen wir heute?

Geld ist ein knappes „Gut“. Geld wird von einigen wenigen (Institutionen, meistens privat, Banken) geschöpft (erschaffen). Deshalb ist Geld sehr unterschiedlich verfügbar und sehr unterschiedlich verteilt. Alles Themen, die wir zur Genüge kennen.

In Prof. Hörmanns Ansatz wird Geldschöpfung zu einem Grundrecht jedes Menschen, er nannte es demokratisches Schöpfungsrecht. Das Schöpfungsrecht steht jedem zur Verfügung wie das Recht, Luft zu Atmen.

Was ist daran demokratisch? Was hat das Atmen mit Demokratie zu tun?

Brauche ich erst einen demokratischen Beschluss, um Atmen zu dürfen?

Nun, natürlich nicht. Was Prof Hörmann meinte – wie ich es verstanden habe – ist, dass wir demokratisch die Bedingungen der konkreten Umsetzung gemeinsam bestimmen und regeln (im Konsens und unter Einbeziehung aller). Der grundsätzliche Ansatz des „Dienens für Alle“ bedeutet dabei, dass jeder Mensch Zugriff auf die Geldschöpfung bekommt und zwar durch seinen Beitrag für die Gemeinschaft.

Ok, wie soll das gehen?

Wir wenden uns ab vom Tausch zwischen Menschen (Personen und juristischen Personen (Firmen, Institutionen)) und wenden uns dem Verständnis zu, dass wir Teil eines Ganzen sind, Teil einer großen Gemeinschaft.

Wir im Tauschrausch

Hörmannbild 1

Mit der Gemeinschaft Wirtschaften

Gemeinschaftlich Wirtschaften

 

 

 

 

 

 

Wir erbringen also keine Leistung mehr für einen anderen, der mich dafür bezahlt (z.B. in Form von Goldstücken, die in ihrer Anzahl knapp sind), sondern wir bringen eine Leistung in die Gemeinschaft ein und empfangen von dieser Gemeinschaft eine Wertschätzung in Form einer rein virtuellen Zahl.

Zahlen können nicht verknappt werden, Zahlen stehen also unerschöpflich, wie die Luft und die Zeit, immer wieder neu zur Verfügung.

Einschub aus meiner persönlichen Sicht:

Dieser Ansatz eines „Geldsystems“ ist in meinen Augen so (r)evolutionär, dass wir etwas Zeit brauchen, diesen Ansatz zu verstehen, zu hinterfragen, auszuprobieren, zu lernen, ….. bis wir uns irgendwann eine Meinung dazu bilden können und entscheiden, dies einzuführen.

Ich rufe deshalb dazu auf, dass wir uns in kleinen oder größeren Kreisen treffen, um uns über diesen Ansatz auszutauschen.

Stellt Euch vor, „Geld“ wird zu einer „Zahl“ und allein dadurch ist klar, es steht in beliebiger Fülle zur Verfügung.

Würden wir von einem solchen „Geld“ von solchen „Zahlen“ nicht gerne Steuern „bezahlen“?

Fragt sich nur wofür wir eigentlich „was bezahlen“ und „was bezahlen“ eigentlich noch ist?

Wenn wir diesen Ansatz bis zu Ende denken, brauchen wir gar kein Geld mehr, oder?

Manche Menschen (nicht alle) sehen unser heutiges Geldsystem, welches keinerlei Deckung mehr hat (früher hatte es mal eine „Golddeckung“, dann einen „Goldbezug“, mittlerweile hat es auch keinen Goldbezug mehr), bereits als ein pures Zahlensystem, also gar nicht so unterschiedlich zum Informationsgeld. Allerdings ist das Verständnis und die Handhabung heute anders, denn: Dadurch dass nur wenige private Institutionen das Recht zur Geldschöpfung haben, können diese Institutionen die Menge des Geldes „steuern“ und nach Bedarf verknappen. Geld muss sich grundsätzlich von diesen Institutionen geliehen werden (Kredit) und man muss mehr zurückgeben, als man sich geliehen hat (Zins). Als Sicherheit für diesen Leihprozess muss ein „Wert“ übertragen werden. Gelingt es nicht, den Betrag samt Zinsen zurückzubezahlen, fällt der hinterlegte „Wert“ der Institution zu, es wechselt also der Eigentümer. Manche Menschen bezeichnen diesen fehlgeschlagenen Rückzahlungsvorgang als „Enteignung des ursprünglichen Besitzers“.

Nun noch ein wichtiger Aspekt:

Produkte.

Produkte sind manchmal knapp und deshalb haben sie einen Preis. Und je knapper ein Produkt ist, desto höher ist der Preis. Das ist das sog. Gesetz von Angebot und Nachfrage.

Im neuen Geldsystem ist Geld nicht mehr knapp, weil jeder sein Bedarfsgeld schöpfen kann.

Allerdings werden vielleicht immer noch Waren knapp sein.

Wir in der Gemeinschaft können uns nun gemeinsam darum kümmern, dass wir die Knappheit der Waren aufheben. Der Preis einer Ware ist für uns also ein wichtiger Signalgeber:

Dort wo eine Ware teuer ist, brauchen wir in der Gemeinschaft kreative Ideen, wie wir die Knappheit durch Wahl neuer Verfahren oder neuer Materialien überwinden können. Hier wird das Zusammenarbeiten sehr wichtig. Denn gemeinsam haben wir Ideen und werden Lösungen finden.

Die Menschen, die bereits bisher an Lösungen gearbeitet haben, dürfen das auch gerne weiterhin tun, jedoch nicht im Verborgenen mit Patenten und geheimen Produktionsverfahren, sondern gemeinsam mit allen Spezialisten und Kreativen (open source). Viele Menschen werden dazu beitragen, neue Lösungen zu finden. Knappes Geld (knappe Zahlen) wird uns nie mehr daran hindern, neue Ideen und neue Technologien auszuprobieren. Denn alle, auch die, die bisher aus Geldsucht/Zahlensucht Geldziele/Zahlenziele verfolgt haben, können diese Geldziele/Zahlenziele nun auf andere Art und Weise erfüllen:  Sie schreiben einfach Zahlen auf!

Und wir, wenn wir neue Waren schaffen wollen, schaffen in Kooperation neue Waren.

So dient dieser Ansatz allen Menschen. 100% der Bevölkerung, 100% der Menschen.

Lassen Sie uns gemeinsam zu 100% in die Umsetzung gehen.

Lust darüber in den Austausch zu gehen? Bitte bei mir melden: roland.wiedemeyer@nullrewig-allgaeu.de

Herzlichst,

Roland Wiedemeyer

Dokumente zu den Vorträgen:

Vortrag 1 20140211 Kempten

Vortrag 2 20140212 Kempten

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